Fabry Enzymersatztherapie (ERT), basierend auf Mannose-vermittelter Zellaufnahme zeigt ermutigende vorklinische Ergebnisse die den Beginn früher klinischer Studien gestatten

FREIBURG, Deutschland, 27. August 2015

Greenovation Biotech GmbH gab heute bekannt dass sie gemeinsam mit Wissenschaftlern vom Baylor Institute, Texas, USA, Ergebnisse einer präklinischen Studie in Fabry-Mäusen im Journal of Inherited Metabolic Diseases veröffentlichte. Die Resultate der Studie zeigen, dass Ersatz-Enzyme, die Glykosylierungsmuster mit endständiger Mannose aufweisen, effizient zu ihren subzellulären Zielorten, den Lysosomen, transportiert werden.

Lysosomale Speicherkrankheiten (LSD), wie Morbus Fabry, werden durch das angeborene Fehlen von speziellen Abbauenzymen verursacht. Dadurch häufen sich problematische Stoffe kontinuierlich i in den Zellen an. Fabry Patienten leiden deshalb an unterschiedlichen Symptomen wie zum Beispiel unerträglichen Schmerzen, Herz- und Nierenversagen. Die Enzymersatztherapie (ERT) ist eine Behandlungsoption für mehrere LSDs: Biopharmazeutisch hergestellte Versionen der fehlenden Enzyme werden intravenös verabreicht. Einmal im Blutkreislauf werden die Verbindungen durch die Zellen entweder über den Mannose-6-Phosphat-Rezeptor (M6PR) oder der Mannose-Rezeptor (MR) aufgenommen. Es wird allgemein angenommen, dass M6PR-vermittelte Endocytose ein Schlüsselmechanismus zur effizienten ERT-Behandlung von LSD-Patienten ist.

Die ermutigenden Ergebnisse zeigen nun aber, dass die Mannose-Rezeptor-vermittelte Zellaufnahme in Moos hergestellter α-Galactosidase A effektiv den Enzymmangel in Fabry-Mäusen korrigiert. Die Enzyme mit Mannose-terminierten Glykosylierungsmustern wirken wie Mannose-6-Phosphat-tragendene Enzyme bei der Behandlung von Morbus Fabry und wahrscheinlich auch bei anderen lysosomalen Speicherkrankheiten, bei denen nicht-Makrophagen-Zellen betroffen sind.

"Wir sind begeistert über die Ergebnisse dieser präklinischen Studie. Diese Erkenntnisse gestatten uns den Beginn der ersten klinischen Studien zur Untersuchung der Wirkung von moss-aGal bei Menschen, die an Morbus Fabry leiden", sagte Dr. Thomas Frischmuth, Geschäftsführer.

Die therapeutische Wirksamkeit der MR-vermittelte Aufnahme von Mannose-terminierten Enzymen bei Patienten mit LSD ist noch nicht vollständig untersucht. In der veröffentlichten Studie testeten die Wissenschaftler die Wirksamkeit von in Moos hergestellter, nicht-phosphorylierter α-Galactosidase A (moss-aGal) in vitro und in vivo in Fabry-Mäusen. Die Endozytose von moss-aGal war MR- abhängig. Im Vergleich mit Agalsidase alfa, der aktuellen Behandlungsoption, wurde moss-aGal effizienter in die Nieren aufgenommen, während die zelluläre Lokalisation von moss-aGal und Agalsidase alfa im Herz vergleichbar war. Die Beseitigung der akkumulierten Substrate in Herz und Nieren war nach einer einzigen Injektion von Moos-AGAL vergleichbar mit der Wirkung von Agalsidase alfa. Diese ermutigenden Ergebnisse ermöglichen nun den Beginn der ersten klinischen Tests.

Die vollen Studienergebnisse sind unter http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10545-015-9886-9 frei zugänglich.

Über Baylor Research Institute

1984 in Dallas, Texas gegründet, fördert und unterstützt das Baylor Research Institute (BRI) Forschung, um innovative Behandlungsansätze von der Laborbank an das Krankenbett zu bringen. Um dieses Bench-to-bedside-Konzept zu verwirklichen, konzentriert sich BRI auf die Bereiche Grundlagenforschung, klinische Studien, Wirtschaftlichkeit im Gesundheitsbereich sowie Qualität in der Versorgungsforschung. Gegenwärtig führt BRI mehr als 930 aktive Forschungsprogramme gemeinsam mit 400 Forschern in mehr als 22 medizinischen Fachgebieten durch. Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte reichen dabei über Bereiche wie die menschliche Immunologie, über seltene Stoffwechselkrankheiten bis hin zu Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und zahlreichen anderen Indikationsfeldern, in denen aufgrund fehlender Produkte und Therapieansätze medizinischer Handlungsbedarf besteht.

Über Greenovation Biotech GmbH

Greenovation entwickelt die nächste Generation von Biopharmazeutika, insbesondere für seltene Indikationen. Menschliche alpha-Galaktosidase ist das am weitesten entwickelte, klinische Produkt des Unternehmens. Alpha-Galaktosidase wird als Enzymersatztherapie (ERT) zur Behandlung der Fabry-Krankheit entwickelt. Ergebnisse der kürzlich abgeschlossenen präklinischen Programme deuten auf mögliche therapeutische Verbesserungen in Hinblick auf die Pharmakokinetik (verzögerte Clearance), Pharmakodynamik und Organverteilung hin. Eine klinische Phase I/II-Studie wird mit diesem Kandidat in Europa durchgeführt werden.

Greenovation`s Entwicklungspipeline umfasst ferner Glukocerebrosidase (glucerase, Gaucher`s Krankheit), Komplementfaktor H (aHUS), saure Glukosidase (alglucerase, Pompe Krankheit) und Antikörper (IgG) Programme für eine verbesserte ADCC.

Kontakt und Informationen:

Greenovation Biotech GmbH
Manon Bartusel
Tel. +49 (0)761 470 99 0
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